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Ein Blick hinter die Kulissen

September 11, 2015

Ein guter Musiker, Sportler oder Verein benötigt sie dringend: die Manager. Sie organisieren und lenken das Geschehen, meist im Hintergrund. Zeit also, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und dort „versteckt“ sich Harald Bründlinger – im Interview mit Lorenz Ruppert:

 

 

 

Harald, du bist jetzt seit 6 Jahren Manager der BBU Salzburg. Wie kam es denn dazu?

 

Randy Jordan, Simon Pfaller – der mittlerweile leider nicht mehr im Vorstand ist – und ich haben im Sommer 2009 angefangen. Übrigens war ich da noch Obmann Stellvertreter. Viele Mitglieder des damaligen Vorstands mussten damals aus diversen Gründen ihr Amt niederlegen und wir „jungen wilden“ wollten den Verein nicht sterben lassen und auch etwas bewegen im Salzburger Basketball. Da ich zu der Zeit auch gerade mit meinem Masterstudium Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement angefangen habe und somit aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr selbst spielen konnte, passte das gut zusammen. Wobei wir damals noch nicht erahnen konnten, welche – durchaus positiven – Ausmaße das alles annehmen würde. Übrigens: offiziell bin ich Obmann, aber nachdem dieser Begriff für mich ziemlich verstaubt ist und ein falsches Bild vermittelt sehe ich mich als Manager.

 

Es heißt ja immer "Nach der Saison ist vor der Saison" – gab es sowas wie Urlaub im Sommer, oder ist das sogar die wichtigste Phase für dich?

 

Urlaub mache ich jetzt noch eine Woche bevor die Saison richtig los geht, mehr ist im Sommer nicht drin leider. Die Vorbereitungen für 2015/16 haben schon letzten März begonnen, es gibt da keine Verschnaufpause mehr. Ich konzentriere mich in meiner Tätigkeit mittlerweile fast ausschließlich auf wirtschaftliche und organisatorische Tätigkeiten, der Arbeitsaufwand in diesem Bereich ist deutlich gewachsen in den vergangenen Jahren. Die letzten Wochen und Monate waren ziemlich anstrengend, da es einige Veränderungen gab und nach wie vor lastet bei uns die Arbeit eher auf wenigen Schultern, wobei das schon viel besser geworden ist und es ohne die vielen helfenden Hände ohnehin nicht klappen würde. In jedem Fall ist der Sommer für viele Dinge und speziell für die Bundesliga-Vorbereitung die wichtigste Zeit. Wenn alles dann mit Saisonstart einmal läuft, sind die großen Vorbereitungen und Herausforderungen meist vorbei – das hoffe ich zumindest. Es gibt immer genug zu tun, sei es neue Trainer zu finden, neue Spieler zu akquirieren, Kontaktpflege mit bestehenden Partnern und Sponsoren und natürlich auch die Suche nach neuen Sponsoren. Da ist uns zum Beispiel mit den neuen Partnerschaften mit Suzuki Austria, Neue Raumpflege oder Schweighofer & Zöhrer einiges gelungen worauf wir stolz sein dürfen. Hinzu kommen aber auch noch andere Dinge, wie zum Beispiel unser neues Volksschulprojekt mit der Schulen Herrnau, Josefiau, Diakonie, Aigen und Parsch. Dort werden wir gut 600 Kinder über das ganze Schuljahr immer wieder betreuen und ihnen die Freude an der Bewegung und dem Basketballsport näher bringen.

 

Wie sieht dein Manager-Alltag während der Saison aus?

 

Ich muss mit meinem Vorstandskollegen und helfenden Händen gemeinsam schauen, dass von A bis Z alles am Laufen bleibt. Wichtige Punkte sind speziell für mich alle organisatorischen Belange rund um die Bundesliga, denn hier mache ich die Arbeit im „Hintergrund“ fast alleine. Das geht eben von Sponsorenbetreuung bis hin zur Pressearbeit und vieles mehr. Um es ganz grob zu beschreiben: man muss sehr viel kommunizieren, sowohl telefonisch, als auch per Mail und natürlich zwischenmenschlich und fast täglich irgendwelche kleineren und größeren Probleme lösen.

 

Klingt nach viel Arbeit. Und du machst das Ganze auch noch unentgeltlich?

 

Ja das stimmt, es ist – noch – ein Ehrenamt und ich mache alles unentgeltlich. Manchmal komme ich da an meine Grenzen bzw. überschreite sie sogar, denn Wochen in denen ich 20 Stunden und mehr Zeit investiere sind keine Seltenheit mehr. Aber man darf hier wie bereits erwähnt auch nicht vergessen, dass wir ein super Team im Vorstand haben und auch viele helfende Hände, ganz abgesehen von unseren Trainern. Also alleine bin ich natürlich nicht, das ginge ja gar nicht mehr. Was viele Leute nicht sehen und natürlich auch nur bedingt sehen können ist, dass wir im Prinzip wie ein kleines „echtes“ Unternehmen fungieren müssen, welches aber vorrangig aus einer ehrenamtlichen Struktur besteht, das ist nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Wenn wir uns weiter entwickeln wollen müssen wir aber – so wie es andere Vereine in Österreich vorgemacht haben – möglichst bald vermehrt in die Struktur des Vereins investieren, sprich Personal. Nur so können wir gesund weiter wachsen und das bedeutet auch, dass es früher oder später einen zumindest teilweise bezahlten Manager geben muss. Ich hätte dann auch kein Problem damit, mich wie ein „klassischer“ Obmann eher im Hintergrund zu halten, sofern mich die Mitgliederversammlung auch zukünftig bestätigt. Aber warten wir mal ab wohin die Reise des Vereins geht. In jedem Fall gibt einem ein Ehrenamt auch viel zurück, zumindest war es bei mir so. Ich kann das also nur allen jungen Menschen empfehlen und wer Interesse hat – wir haben im Vorstand noch Plätze frei ;-)

 

Was machst du in deiner Freizeit, wenn es mal nicht um Basketball geht?

 

Ich habe mich vor einem Jahr selbstständig gemacht und muss gestehen, dass meine Tage mit dieser Arbeit und der Arbeit bei der BBU voll ausgefüllt sind. Wenn irgendwie möglich halte ich mir einen Abend in der Woche frei, an dem ich selbst noch etwas Basketball spiele und natürlich möchte ich auch hin und wieder auch Zeit mit meiner Freundin verbringen, die Gott sei Dank sehr nachsichtig und verständnisvoll ist was mein Engagement bei der BBU betrifft. An dieser Stelle also auch gleich eine Bitte an alle Eltern und Nachwuchsspieler: nicht böse sein, wenn ich bei der Fülle der Spiele nicht so oft in der Halle anzutreffen bin. Ich bemühe mich aber natürlich so gut es geht, immer wieder mal ein Spiel anzuschauen.

 

Die BBU Salzburg hat letzte Saison nach mehrjähriger Abstinenz wieder die Playoffs erreicht, allerdings sind viele Leistungsträger, wie etwa Kapitän Thaler oder Kezic, gegangen. Jetzt sind viele neue Gesichter im Kader; auch der Trainer ist ein anderer. Wie schätzt du die Chancen in diesem Jahr ein?

 

Ja wir hatten wieder einige Abgänge, jedoch ist auch das ein Phänomen, dass im semi-professionellen Sport ganz normal ist, mit der Ausnahme, das man nicht einfach nachbesetzten kann wie im professionellen Sport. Ich glaube, das macht die Sache dann viel schwieriger für uns, als es zB viele meiner Kollegen in der 1. Liga haben. Wir können nicht mit Geld locken, sondern eher mit Unterstützung beim Studium, einer schönen Stadt etc. In jedem Fall bin ich froh für unsere Jungs, die die Chance haben, sich bei anderen Vereinen zu beweisen. Fabio hat bei den Lions ein super Umfeld und Aleks bekommt hoffentlich die eine oder andere Minute in der 1. Liga beim BC Vienna. Mittelfristig möchten wir unsere Spieler aber natürlich in Salzburg behalten und die Rahmenbedingungen sind hier für einen Verein aus der 2. Liga schon ganz gut, aber es geht immer mehr. Aber wie gesagt, die Stadt ist wunderschön, bietet jegliche Infrastruktur, wir haben ca. 45 Bachelorstudiengänge, ein Schul-Sport-Modell und viele andere Dinge die für den Standort Salzburg sprechen. Achja, und Ziel dieses Jahr ist natürlich der Playoff-Einzug, auch wenn das alles andere als leicht wird.

 

Momentan findet u.a. in Berlin die Basketball-Europameisterschaft statt. Leider hat es für Österreich am Ende trotz starker Leistung nicht gereicht. Wem drückst du die Daumen?

 

Puh, einen richtigen Favoriten habe ich nicht. Mir gefallen die Serben und auch Kroaten ganz gut, aber es gibt so viele gute Teams und ich freue mich einfach über gute Spiele!

 

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