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"Mr. Rebound" im Interview

October 8, 2015

Nicht nur mit seiner 42-Punkte-Galavorstellung vs. Dornbirn Lions ließ Jamie Kohn

aufhorchen, auch bei den Rebounds ist er derzeit mit 11.7 im Schnitt Führender der Liga. Im Interview mit Lorenz Ruppert gibt der Austro-Amerikaner mehr Einblicke:

 

Jamie, nach einem Jahr Pause bist du nach einem kurzen Gastspiel wieder zurück bei der BBU Salzburg. Und wie: aktueller Topscorer inklusive einem 42-Punkte-Spiel, sowie bester Rebounder der Liga. Kann man dich überhaupt irgendwie stoppen?

 

Naja, darum trainiert man ja, dass dies so schwer wie möglich ist! Ich habe sehr viel Selbstvertrauen in mein Können und was ich am Spielfeld machen kann, aber am wichtigsten für mich ist natürlich, dass ich alles was ich kann vorrangig nütze, um die Teamleistung zu verbessern und uns die bestmögliche Chance zum Gewinnen zu geben. Da geht es für mich nicht nur um Punkte, sondern um viele andere Dinge, die genauso wichtig sind im Basketball. Zum Beispiel die Verteidigung und Rebound, auf was ich mich übrigens am meisten konzentriere. Wichtig ist einfach, dass wir es dem Gegner möglichst schwer machen, uns als Team zu stoppen und das ist uns letzten Samstag gelungen.

 

Am Samstag bist du drittbester Scorer des Teams beim Sieg gegen den amtierenden Zweitliga-Meister DC Timberwolves gewesen. War das euer Highlight der Saison?

 

Bis jetzt schon ja, aber wir hoffen und arbeiten weiter, dass es noch viel mehr solche Highlights geben wird! Die Timberwolves haben durch ihren Titel letztes Jahr viel Respekt verdient, also muss man es schätzen, wenn man es schafft, so einen erfolgreichen und starken Verein zu besiegen. Es war eine tolle Teamleistung auf die wir stolz sind – jedoch wird dieser Sieg am Ende der Saison nicht mehr viel bedeuten, wenn wir uns jetzt nicht durch hartes Training weiter entwickeln und verbessern. Darum haben wir das letzte Spiel schon ‘vergessen’ und schauen nach vorne, auf die Vorbereitung für den nächsten Kampf.

 

Momentan steht ihr in der Tabelle auf Platz 3 – vor den Timberwolves. Was glaubst du: wie weit geht es für euch diese Saison?

 

Das kann man bei diesem Punkt in der Saison wirklich noch nicht sagen, wie weit es genau geht für uns, aber ich weiß, dass es keine Grenze gibt, wie weit wir in dieser Liga kommen können. Ich sehe uns auf jeden Fall als Playoff-Team, jedoch ist das noch sehr weit entfernt und da muss zuerst noch viel guter Basketball gespielt werden und wir müssen verletzungsfrei bleiben. Unser Ziel ist dass wir uns von Tag zu Tag und von Spiel zu Spiel verbessern und es allen anderen Teams schwer machen.

 

Neben deiner Tätigkeit als Spieler bist du ja auch im Basketball-Projekt "Schule und Sport" sehr aktiv. Dort werden verschiedene Schulklassen im Bundesland Salzburg besucht um den Kids Spaß und Freude an der Bewegung zu vermitteln. Kannst du dir für die Zeit nach deiner Spielerkarriere ein Amt als Trainer vorstellen?

 

Auf jeden Fall! Ich bin erstens sehr dankbar, dass ich letzte Saison schon die Chance bekommen habe, in diesem Basketball-Projekt aktiv zu sein und zusätzlich konnte ich noch als Headcoach der BSC Damen 1 Mannschaft arbeiten. Ich habe es sehr genossen und dadurch sehr viel über mich selbst gelernt, unter anderem, dass ich mich den Trainerjob in der Zukunft sehr gut vorstellen kann. Diese Saison ist aber natürlich das Spielen wieder die erste Priorität für mich und das, auf was ich mich hauptsächlich konzentriere. Jedoch freue ich mich und ist es mir wichtig, weiter im “Schule und Sport”-Projekt aktiv bleiben zu dürfen. Es ist ein sehr gutes Gefühl wenn man dazu beitragen kann, Kinder in Stadt und Land Salzburg diesen schönen Sport beizubringen. Basketball hat sich seit meiner Kindheit in Salzburg schon sehr positiv entwickelt und das soll weiter in diese Richtung gehen. Daher ist es mir wichtig, so viele Kinder wie möglich Spaß an der Bewegung durch Basketball vermitteln zu dürfen.

 

Als du 13 Jahre alt gewesen bist, ist deine Familie in die USA ausgewandert – jetzt spielst du wieder für deine Geburtsstadt. Inwieweit hat deine amerikanische Jugendzeit, inklusive College-Basketball-Karriere, dein Spiel geprägt?

 

Sehr viel natürlich -  jeder weiß, dass Basketball in den USA ‘geboren’ ist und nach wie vor ist der Sport nirgends so beliebt wie in den Staaten. Nach meinem Start hier in Salzburg hat mich das “Basketball Fever” in Amerika noch weiter gepackt und meine Liebe und Leidenschaft für diesen Sport hat sich immer mehr entwickelt. Meine Erfahrungen im High School und dann College Basketball sorgten für unzählbare Highlights in meiner Karriere und diese werde ich niemals vergessen.

 

Was sich nicht verändert hat ist, dass mein Vater – der mir den Sport beigebracht hat und für mich und meinen Bruder sogar damals in Bergheim einen Basketball Verein gegründet hat – nach wie vor mein Mentor im Sport geblieben ist. Obwohl er und meine Mutter und Schwester jetzt nicht hier mit uns sind, freut sich die ganze Familie, dass Jessie und ich wieder hier sind, wo alles für uns angefangen hat.

 

Letztes Jahr hast du, abgesehen von einem Kurzeinsatz für die BBU, in der Salzburger Landesliga beim BSC Salzburg gespielt, wo ihr im entscheidenden Finalspiel zuhause den Titel gegen den TV Zell am See eingefahren habt. Generell wart ihr letztes Jahr kaum zu stoppen. Wie wichtig war dir dieser Titel, und was traust du dem BSC, und natürlich dem BBU-Team, diese Saison in der Landesliga zu?

 

Letzte Saison war für mich aus mehreren Gründen ein sehr wichtiges und sehr schönes Jahr. Ich war sehr dankbar zum ersten Mal wieder eine längere Zeit in Salzburg zu verbringen und mich mit BSC als Trainer und Spieler entwickeln zu können. Als Spieler hatte ich schon seit längerem nicht mehr so viel Spaß - und es ist immer ein besonderes Gefühl, eine Meisterschaft zu gewinnen. 

 

Mehrere meiner besten Freunde spielen noch am Team, also werde ich sie diese Saison weiter anfeuern. Ich muss und möchte natürlich auch meinen eigenen Verein unterstützen, sowie meine Freunde bei “Lokomotive Salzburg“, also wird es nicht leicht für mich sein, wenn sie gegeneinander spielen. Aber ich werde sie alle anfeuern und hoffe einmal, dass es zu einem “Salzburg Derby” im Finale kommt!

 

Möchtest du den BBU-Fans noch eine Botschaft bzw. Wunsch mitgeben?

 

Ich möchte mich jetzt schon mal bedanken für die bisher beeindruckende Unterstützung! Die Stimmung beim ersten Heimspiel war wirklich toll und ihr habt sicher sehen können, wie solche Unterstützung uns als Spieler beeinflusst und inspiriert! Ich bin sehr dankbar, so eine persönliche und enge Beziehung mit den Fans haben zu dürfen. Das Team und ich werden weiter hart arbeiten und zusehen, dass wir euch mit gutem Basketball und Erfolg für eure treue Unterstützung belohnen – und wir glauben fest daran, dass wir zusammen mit euch als BBU ‘Familie’ neue Höhen erreichen können!

 

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