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"Man muss auch mal hart aber fair sein"

December 16, 2015

Mittlerweile gehört Jasmin Tomas mit seinen 27 jahren fast schon zum "alten Eisen". Doch der 196 cm große Hüne ist trotz verletzungsbedingten Einschränkungen nach wie vor ein wichtiger Teil der Bundesligamannschaft.

 

Jasmin, deine Einsatzzeiten in der Liga sind diese Saison etwas überschaubar, was sicher

auch an deinen Verletzungsproblemen mit deinen Knien liegt. Was ist da los? Und wie kannst du der Mannschaft trotzdem helfen?

 

Ja es kam in den letzten eineinhalb Jahren einiges zusammen. Ich hatte Mitte April meine Knie-OP und musste einige Monate pausieren. Seitdem muss ich mich einfach langsam herantasten. Nach Absprache mit dem Obmann und Coach haben wir gemeinsam entschieden, es langsam anzugehen und nichts zu überstürzen. Obwohl ich im Moment nicht 100% fit bin, bekam ich vom Coach einen „Spezialauftrag“. Dieser ist die Samthandschuhe auszuziehen und dem Gegner auf den Zahn zu fühlen - da habe ich genug Power. Mein Motto ist daher: „Be a gentleman off the court and monster on the court“.

 

Ich hoffe aber natürlich, dass ich bald wieder fit bin und in der Rückrunde der Mannschaft mehr helfen kann.

 

Du bist so etwas wie der Fels in der Brandung der BBU, bist du doch seit der Vereinsgründung 2005 im Bundesliga-Kader. Was war dein schönster Moment mit dem Verein?

 

Ich kann es nicht auf einen Moment beschränken, nach so vielen Jahren in Salzburg gab es da einige! Immerhin bin ich der letzte Spieler von der ersten Kampfmannschaft aus dem Gründungsjahr der BBU. Im Nachwuchs war ein sehr schöner Moment, als wir das topbesetzte Team (Anm. d. Red.: u.a. mit Jesse Seilern und Momo Lanegger) von Kapfenberg besiegen konnten und Dritter in der ÖMS geworden sind.  Auch als wir mit 16 oder 17 Jahren  den ersten Herren-Landesliga-Titel gegen Kaprun, damals übrigens angeführt von Dusko Stojakovic, einfahren konnten. In der Westliga waren es außerdem immer die heiß umkämpften Spiele gegen TU Schwaz, wo uns unter anderem Renan Ferreira das Leben schwer machte. Dann als Martin Schubert und Matthias Weissl wieder nach Salzburg kamen, da konnte ich die Zeit sehr genießen. Aber jedes Jahr ist ein besonderes Jahr, wo man neue Freundschaften schließt und neue Erfahrungen sammelt.

 

Auch in deiner Freizeit bist du oft am Ball: man sieht dich auf Freiplätzen oder bei Freizeit-Basketballgruppen spielen. Du kennst ja praktisch jeden Spieler in der Umgebung mehr oder weniger. Bist du der heimliche BBU-Scout?

 

Auf dem Freiplatz bin ich etwas lockerer, denn da soll der Spaß im Vordergrund stehen; auch wenn es gegen Spieler geht, die nicht mehr im Kader sind, aber doch noch so einiges auf dem Kasten haben. Spieler wie zum Beispiel Thomas Hölzl, unseren Obmann Harald Bründliger, Sanel Ruznic, Wolfgang Stöglehner, Elvis Nesic, Sasa Stevic, Sinisa „the Finisher“ Mastelica, Marko Jestratijevic, usw. Es gibt eine sehr lange Liste an Spielern, da kann es schon sehr hart zugehen auf dem Freiplatz. BBU-Scout? Naja, eigentlich nicht, aber natürlich werfe ich ein Auge auf gute Spieler und spreche die dann an, aber alles ganz easy.

 

Abseits des Basketballs beschäftigst du dich, wie man unschwer an deiner Statur erkennen kann, ebenfalls viel mit Sport: du gehst viel ins Fitnessstudio, boxt aber seit letzten Sommer auch. Vor allem dort kommt es auf gute Beinarbeit an. Hilft dir das auf dem Feld?

 

Nach meiner Pause bekam ich wieder richtig Lust auf Sport. Auch wenn ich darauf achten muss, will ich meinen Körper wieder richtig auf Vordermann bringen. Boxen hilft in vielen Aspekten, speziell bei der Beinarbeit da diese nie meine Stärke war. Der größte Unterschied jedoch ist die Vorbereitung vor einem Kampf, denn eine kleine Konzentrationsschwäche und zack hat man schon ein blaues Auge. Man muss jede Sportart genießen, aber man darf nie vergessen, dass man auch mal hart aber fair sein muss, um zu gewinnen.

 

Zum Schluss muss noch ein absolut ernstes Thema angesprochen werden: ein großer, kräftiger Spieler wie du ist tatsächlich Single? Nach diesem Interview sollten dich ein paar Damen mehr kennengelernt haben. Wie soll deine Traumfrau sein?

 

Also da bin ich ganz einfach: wenn es passt, dann passt es. Einen bestimmten Typen habe ich nicht.

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