• Facebook - Grey Circle
  • YouTube - Grey Circle
  • Instagram - Grey Circle

Salsa, Klavier und Basketball

January 30, 2016

"To hustle" hat auf Deutsch viele Bedeutungen. Drängen, schubsen, schieben bzw. etwas schnell erledigen sind nur einige davon. Jessie Kohn verkörpert das, was man im Basketball einen "Hustler" nennt. Ein Spieler, der sich durch Einsatz und Leidenschaft aufopfert und mit Herz und Seele um alles kämpft, was seinem Team hilft. Jessie ist DER Hustler im Team der BBU Salzburg; spricht im Interview aber auch über seine anderen Hobbies und Talente.

 

 

Jessie, Ihr habt nach einem guten Saisonstart eine Niederlagenserie von fünf verlorenen Spielen hinnehmen müssen. Die letzten beiden Spiele, unter anderem gegen den amtierenden Meister Vienna D. C. Timberwolves, konntet ihr wieder gewinnen. Die Formkurve geht also wieder nach oben. Hat euch eure gute Teamchemie da rausgeholt? Und welche Rolle spielt dein Bruder Jamie dabei?

 

Eine gute Teamchemie beginnt für mich immer mit einer positiven Einstellung. Der Coach und die Spieler versuchen immer, positiv zu denken; das macht dann meiner Meinung nach 80 Prozent des Zusammenhalts aus. Wir versuchen, uns gegenseitig zu korrigieren und besser zu machen. Es bringt nichts, wenn sich die Spieler gegenseitig in die Haare kriegen und sich böse kritisieren; viele Mannschaften verlieren, weil sie sich gegenseitig Vorwürfe machen und dann zusammenbrechen. Mein Bruder ist für mich nicht nur ein Leader im Hinblick auf die Mannschaft, sondern er war auch schon immer eine Art Mentor. Im Spiel, im Einzeltraining,...er ist immer hilfsbereit und unterstützt die anderen. Er ist für mich ein Vorbild.

 

Das nächste Spiel findet heute gegen die Radenthein Garnets statt, die punktgleich auf Platz neun liegen, während ihr durch den Sieg der Timberwolves am Samstag auf den sechsten Platz gerückt seid. Das wird ein wichtiges Spiel im Kampf um den Einzug in die Playoffs. Das Hinspiel verlief leider nicht nie gewünscht. Inwieweit unterscheidet ihr euch als Team zu der Mannschaft von damals?

 

Damals hatten wir schon sehr viel Potential, wie man in den ersten Spielen – etwa gegen Mattersburg – gut sehen konnte. Wir können mit jeder Mannschaft mithalten. In dem Spiel gegen Radenthein hat sich Bojan zwar verletzt, aber das Potential war ja trotzdem da. Der Unterschied liegt darin, dass wir dieses jetzt umsetzen können: jeder Spieler hat mehr oder weniger seine Rolle im Team gefunden und die Chemie hat sich weiter verbessert.

 

Im Schnitt spielst du knapp zehn Minuten, wobei du nicht durch besondere statistische Werte auffällst. Dennoch gehörst du zu den effizienteren Spielern der Liga. Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben? Woher kommt diese Effizienz?

 

Wenn ich mit einem Wort meinen Stil beschreiben müsste, dann ist das „Aggressivität“. Ich kämpfe um jeden Ball als ob es um den Sieg gehen würde – egal ob im Angriff oder in der Verteidigung. Obwohl ich klein bin kann ich fast jede Position verteidigen. Steals, Rebounds...ich versuche alles, was in meiner Macht steht, um dem Team zu helfen. Auch hilfreich ist, dass ich eine gute Ausdauer habe: die Spieler im Training wissen, dass derjenige, der mich verteidigt, viel rennen muss (grinst).

 

Du arbeitest nebenher bei bluforce, die auch die U16 unterstützt, als Grafiker und Illustrator. Wenn dir dann abseits von Sport und Beruf mal Zeit für dich bleibt, was machst du dann?

 

Vieles. Ich habe viele Hobbies und Leidenschaften. Ich zeichne gerne Karikaturen. Sportlich gehe ich auch manchmal Skifahren, allerdings blieb bislang leider noch keine Zeit dafür. In der Highschool bin ich Schwimmer gewesen, deshalb schwimme ich auch heute noch gerne. Früher habe ich außerdem in manchen lokalen Musicals als Schauspieler mitgewirkt, sowie im Theater gespielt. Eine große Leidenschaft ist für mich auch die Musik, weshalb ich gerne Schlagzeug spiele und hin und wieder mal singe. Ich liebe es auch Klavier zu spielen, was ich fast studiert hätte. Und ich habe auch mal Breakdance betrieben. In meinem Auslandssemester in Spanien – ich habe ja in den USA studiert – habe ich mich außerdem mit dem Salsa-Fieber angesteckt.

 

Du bist nicht nur in den USA und Spanien gewesen, sondern hast auch ein Jahr in Mexiko verbracht. Dort hast du freiwillige Arbeit mit einer christlichen Gemeinschaft geleistet. Welche Rolle spielt der Glauben für dich in deinem Leben?

 

Er spielt eine sehr große Rolle, wenn nicht gar die wichtigste in meinem Leben. Von meinem Glauben bekomme ich meine Kraft, Hoffnung und Antworten auf meine Zweifel. Er baut mich wieder auf, wenn ich mich mal nicht gut fühle. Ohne ihn würde ich mich verloren fühlen.

 

Wie bist du denn zum Basketball gekommen? Genauso wie Jamie?

 

Kurz gesagt: ja, es war der selbe Weg. Unser Vater hat uns Basketball beigebracht. Wir haben ein enges familiäres Verhältnis, wodurch man viel gemeinsam macht, unter anderem eben Sport.

 

Wird man dich mit all deinen Talenten und Hobbies mal als Kandidat bei „Die große Chance“ beziehungsweise „Das Supertalent“ sehen?

 

Vielleicht – es ist nicht ausgeschlossen. Wer weiß...wenn es sich ergibt, dann könnt ihr mich ja vielleicht mal im Fernseher sehen (lacht). Erstmal müsste ich aber wieder an meiner Stimme arbeiten, aber vielleicht wäre ja eine Jonglier-Show was? Mein Vater war ehemaliger professioneller Clown. Dadurch haben mein Bruder und ich auch einige Tricks gelernt. Vielleicht trete ich hier mal in seine Fußstapfen.

 

 

 

Please reload